Zufälligerweise haben wir den ehemaligen Chef des Schweizerischen Nachrichtendienstes, Herrn Peter Regli, dipl. Ing. ETHZ und Divisionär a.D., unter den Unterzeichnern unseres offenen Briefen entdeckt und ihn spontan um ein exklusives Statement gebeten – wir freuen uns mächtig, dass er sofort zugesagt hat und wir es nun hier publizieren dürfen. Herzlichen Dank, Peter Regli!

 

Die Welt ist ein Pulverfass, die Lunte brennt!

Gewalt, verursacht durch staatliche und nichtstaatliche Akteure sowie durch Einzeltäter, nimmt stetig zu. Bisher anerkannte Spielregeln und Konventionen werden vermehrt missachtet und verlieren an Bedeutung.

Der islamistische Terrorismus trägt zur allgemeinen Verunsicherung der Bevölkerung demokratischer Rechtsstaaten bei, insbesondere in Westeuropa. Seit dem Anschlag von Januar 2015 gegen Charlie Hebdo in Paris, hat das Bewusstsein für die Gefahr des islamistisch geprägten Terrorismus zugenommen. Regierungen und internationale Organisationen suchen nach Lösungen, um das Entstehen und die Verbreitung dieser Herausforderung in den Griff zu bekommen und somit ihre Bürger besser schützen zu können. Der Salafismus, eine totalitäre, menschenverachtende und frauenverachtende, gewalttätige Ideologie, verlangt nach neuen Abwehrkonzepten und fordert auch die nationale Sicherheit heraus.

Die EU versucht es mit neuen Richtlinien betreffend Kontrolle, Erwerb und Besitz von Handfeuerwaffen. EU-Mitgliedstaaten wollen damit grosse Versäumnisse bei der Bewältigung der unkontrollierten Migration, bezüglich Integration von Fremden in die eigene Gesellschaft und der Mittel der nationalen Sicherheit für die Wahrung der inneren Ruhe und Ordnung korrigieren. Für griffige, nachhaltige Lösungen ist es heute allerdings sehr spät.

In den vergangenen Monaten mussten wir davon Kenntnis nehmen, dass bei terroristischen Anschlägen islamistischer Prägung neben Handfeuerwaffen und Sprengfallen immer mehr auch Sprengstoffwesten, Küchenmesser, Äxte, Personen- und Lastwagen verwendet werden. Ein aktuelles Beispiel ist der Anschlag in der Stadt Stockholm vom 7. April: ein Täter und ein Lastwagen, vier Tote und fünfzehn Verletzte, eine während Stunden gelähmte Innenstadt.

Kriminelle jeglicher extremistischen Organisation sowie islamistische Terroristen halten sich an keine Spielregeln und an keine Konventionen. Vorschiften, Richtlinien und Gesetze sind ihnen gleichgültig. Ein Waffenverbot, wie nun von der EU vorgesehen, macht ihnen keinen Eindruck. Diese Akteure im Dunkeln können sich jederzeit im illegalen Waffenhandel, im Internet oder neuerdings auch im Darknet Waffen aller Art, auch Sprengstoff besorgen. Die EU-Gesetzgeber müssten konsequenterweise das vorgesehene Waffengesetz (ihre «Feuerwaffenrichtlinie») mit einem Verbot von Sprengstoffwesten, Küchenmesser, Äxten, Personen- und Lastwagen ergänzen.

Wer würde also diese EU-Feuerwaffenrichtlinie vom 14. März 2017 respektieren? Es wären dies die ehrlichen Bürger, Sammler, Schützen und Jäger! Dass der Waffenbesitz in der Schweiz ein wichtiger Teil unserer Geschichte und unserer Kultur ist, müssen unsere Verhandler in Brüssel vor Ort in Erinnerung rufen.

Der Staat Schweiz hat Vertrauen in seine Bürger. Wer in unserer Milizarmee dem Lande dient, erhält eine persönliche Waffe zugeteilt. Dieser Bürger nimmt die Waffe mit sich nach Hause. Er kann sie, nach getaner Pflicht, sogar behalten. Jungschützenkurse erleben eine neue Beliebtheit. Die Teilnehmer, Knaben und Mädchen, werden immer jünger. Bei angeleitetem Unterricht lernen sie Waffen korrekt und mit dem nötigen Respekt zu handhaben sowie die dazu gehörende Ethik zu verstehen. Dies ist einmalig in der westlichen Hemisphäre. Darauf dürfen wir stolz sein!

Kann nun mit dieser von Brüssel diktierten Richtlinie, welche keine Rücksicht auf die Pfeiler unserer wehrhaften Kultur und auf unsere Traditionen nimmt, mehr Sicherheit geschaffen werden? Daran kann nur glauben, wer in Brüssel an einem sicheren Schreibtisch sitzt, die allgemeine Weltlage nicht versteht oder nicht verstehen will und die Bedeutung des Pulverfasses und deren Akteure unterschätzt.

Geschätzte Mitglieder des Bundesrates und des Schweizer Parlamentes: beurteilen Sie bitte die Lage ernsthaft, respektieren Sie unsere Traditionen, verteidigen Sie unsere Werte und gehen Sie vor dem Brüsseler-Hut auf der Stange nicht in die Knie! Dieser Hut, eine unnötige und, für die Schweiz unangebrachte Feuerwaffenrichtlinie, muss entschieden, ohne Wenn und Aber, an den Absender zurückgeschickt werden!

21. April 2017 / Peter Regli, dipl. Ing. ETHZ und Divisionär a.D., OZG der Stadtschützen Bern