Werte Schützinnen und Schützen, liebe Waffensammlerinnen und -sammler und überhaupt: liebe rechtschaffenen Waffenbesitzerinnen und Waffenbesitzer

Weihnachten steht vor der Tür und es beginnt auch für die Aktion «Finger weg vom Schweizer Waffenrecht!» eine Zeit der kurzen Feuerpause.

Die Aktion startete vor über einem Jahr im September 2016. Ich konnte damals nicht fassen, dass ich als vernetzter, gut organisierter und engagierter Schütze nicht über den bevorstehenden Angriff auf unser Schweizer Waffenrecht informiert war. Ich konnte nicht verstehen, warum ich nicht schon Teil eines Tsunamis werden konnte, der sich gegen Brüssel und Bern aufbaute – ich konnte nicht glauben, dass es diesen Tsunami schlicht nicht gab: Die Welt der Waffenbesitzenden war Ende 2016 noch ruhig und in Ordnung. Dabei waren die Papiere aus Brüssel schon halb auf dem Weg.

Rund 15 Monate später steht nun als Entwurf im Schweizer Gesetz, worüber ich mir damals die Augen rieb. Magazinbeschränkungen? Verbot bestimmter Halbautomaten? Vereinszwang? Automatischer Informationsaustausch mit der EU? Ausnahmebewilligspflicht für (fast) jeden Halbautomaten? Nein, das war für die Schweiz undenkbar! Niemand von Verstand würde so etwas in eidgenössische Paragraphen fassen wollen!

Heute sind wir glücklicherweise nicht mehr uninformiert und unorganisiert. Die Aktion «Finger weg vom Schweizer Waffenrecht!» hat sich dank Eurer Hilfe da draussen zu einer nicht mehr wegzudenkenden Kraft gemausert. Vor genau einem Jahr verzeichnete die Aktion auf Facebook und Twitter zusammen knapp 2000 Abonnenten. Im April waren es 5000. Im Juni 7000 und heute sind es 9500. Wir sind stolz auf eine fast unüberschaubare Vielzahl an Supportern (www.finger-weg.ch/#supporter), jede und jeder von ihnen hatte früher oder später den Mut, sich unserer Grass-Roots-Bewegung anzuschliessen und hinter einer Botschaft zu vereinen: «Finger weg vom Schweizer Waffenrecht!» Besonders erwähnen möchte ich das Engagement der B&T AG, der Kessler Auktionen AG und von Tacstore.ch, die alle drei Aussergewöhnliches zugunsten meiner Aktion beitrugen.

Seit der Veröffentlichung des Vorentwurfes zum revidierten Waffengesetz Ende September habe ich im Rahmen des Vernehmlassungsprozesses zusammen mit LEWAS Legalwaffen Schweiz enorme Aufwände auf mich genommen – bis zum heutigen Tag sind fast 500 Vernehmlassungsantworten von Bürgerinnen und Bürgern und Organisationen bei uns als Kopie eingegangen und das dürfte nur die Spitze eines Eisberges sein. Das ist weit, weit über der durchschnittlich üblichen Anzahl an Vernehmlassungsantworten! Die Legalwaffenbesitzer landauf und landab sind sich einig: So geht es nicht und das aus gutem Grund! Die EU hat ihren Handlungsspielraum massiv überschritten, der Bundesrat seinen wiederum nicht ausgenutzt und wir werden keinesfalls diese Verschärfungen akzeptieren. Selbstverständlich unterstützen wir mit aller Kraft ein Referendum, sollte weder der Bundesrat noch das Parlament den aktuellen Vorschlag substanziell entschärfen.

Mit unserer Kampagne (finger-weg.ch/kampagne), die wir längst als Konzept in der Schublade hatten und sofort nach der Bekanntgabe des Vorentwurfes umzusetzen begannen, haben wir bisher schier unglaublich viele Menschen erreicht und berührend viel Zustimmung erhalten. Wir haben kurz und knapp 20 wesentlichen Gründe zusammengetragen, die gegen eine Übernahme dieser unsäglichen EU-Waffenrichtlinie sprechen (finger-weg.ch/nicht-grundlos-nein). Und wir haben ein Argumentarium für Waffenrechtsdebatten geschaffen, wie es so vorher in der Schweiz nicht existierte (finger-weg.ch/argumentarium). Mit unseren kürzlich erschienenen «Nasty Questions» nimmt unser Engagement für dieses Jahr wohl ein Ende.

Nun ist es aber Zeit, danke zu sagen: Vielen Dank Euch da draussen, die unsere Botschaften täglich viral in die Schweiz hinaustragt. Vielen Dank unseren vielen Spendern, die mit kleinen und grösseren Beträgen unsere Arbeit unterstützen (finger-weg.ch/jetzt-spenden). Vielen Dank unseren Supportern wie Vereine, Organisationen, Parteien, Unternehmen und Privatpersonen. Grosser Dank gebührt insbesondere auch LEWAS Legalwaffen Schweiz, für die fachlich und menschlich ausgezeichnete und agile Zusammenarbeit in den letzten Monaten – danke Markus und Beat.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich zum Schluss aber bei allen Botschafterinnen und Botschaftern unserer Kampagne. Egal ob Nationalrat oder Weltmeisterin, Sicherheitsfachmann oder Grafikerin, Büchsenmacher oder Batterie Kommandant(in), ob Lehrling oder Vorderladerschütze: Euer Mut, bei einer Kampagne mitzumachen, wie sie die Schweiz noch nie gesehen hat, beeindruckt mich und mein Team immer noch. Vielen Dank für die tolle Zeit, die ich mit Euch an den Photoshootings haben durfte.

Ich wünsche Euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen berauschenden Wechsel ins neue Jahr. Ruht euch aus, wir brauchen Euch im 2018 in alter Frische – uns steht ein Kampf gleich gegen zwei Goliaths bevor. Aber von Übermacht bleiben wir unbeeindruckt.

Herzlich
Patrick