Ja, an der Generalversammlung von PROTELL war wirklich vieles extrem. Sie war extrem gut organisiert. Es konnten dort extrem nette und engagierte Menschen wiedergetroffen und kennengelernt werden, es wurden extrem vernünftige Entscheide extrem demokratisch gefällt, es gab eine extrem freundliche Ehrung des alt Nationalratres Willy Pfund.

Und es gab eine extrem aufschlussreiche Rede von Herrn Bundesrat Guy Parmelin, der den Anwesenden erläuterte, dass die Bedrohungslage auf der Welt komplexer werde und auch deshalb die Ausgaben für das Schweizer Militär unbedingt erhöht werden sollen – die Frage, warum der Bundesrat allerdings gleichzeitig das Milizsystem und den wehrhaften Bürger mit der Übernahme des EU-Waffenrechts schwächen will, liess er offen. Und nicht zuletzt gab es einen extrem unextremen Vorstand zu sehen. Die PROTELL-GV war insgesamt also extrem unextrem.

Wirklich extrem und für manchen unbescholtenen Waffenbesitzer in diesem Land auch extrem Angst einflössend ist die schier unverschämt voreingenommene Berichterstattung. Warum sich SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger hier einspannen lässt, ist absolut nicht nachvollziehbar.

Vielleicht fand die Generalversammlung deshalb unter Ausschluss der Medien statt (das ist übrigens etwas anderes als «geheim», liebes TeleZüri!), weil der Vorstand die Persönlichkeitsrechte der Anwesenden bestmöglich schützen wollte. Was, wie man im Beitrag von TeleZüri sehen kann, scheinbar tatsächlich schwierig war, denn mindestens zwei Personen, die ganz nebenbei im Beitrag zu erkennen sind, wurden vorgängig nicht gefragt, ob sie ihre Gesichter in den Samstagsnachrichten sehen wollen.

Deshalb kann man nur hoffen, dass auch die nächste Generalversammlung von PROTELL unter Ausschluss der Medien stattfindet. Leider, muss man sagen. Denn über Unrecht und den Verlust von rechtsstaatlichen Grundwerten, wonach (Waffen-)Gesetze erstens eine nachweisliche Wirkung haben und auch verhältnismässig sein müssen, sollte wirklich berichtet werden.

Und ja, das ist wirklich ein Seich, den wir in der Schweiz nicht brauchen.

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