Es war eine ziemliche Überraschung, als anfangs April, quasi aus dem Nichts, eine «Plattform für ein zukunftsfähiges Waffenrecht» ganz offiziell zur Pressekonferenz ins Medienzentrum in Bern lud. Die Plattform stellte sich als eine Allianz aus SP, den Evangelischen Frauen Schweiz, der Verbindung der psychiatrisch-psychotherapeutisch tätigen Ärzte und Ärztinnen sowie dem Verband Schweizer Polizeibeamter VSPB/FSFP heraus (siehe auch Artikel). Nun ist einiges anders.

Dass sich die Polizeibeamten für die Umsetzung EU-Waffenrichtlinie einspannen liessen, stiess sogleich auf einiges Unverständnis, denn es hagelte teils geharnischte Kritik bei der Führung des VSPB/FSFP. Scheinbar waren nicht nur wir Schützen überrumpelt, dass sich unsere Schützenkameraden aus der Polizei zu dieser doch sehr politischen Allianz hinreissen lassen konnten, nein, offenbar auch viele Polizisten fielen aus allen Wolken. Sie hätten zu dieser heiklen Frage nie Position beziehen können, lautete einer der Vorwürfe.

Über das letzte Wochenende hat uns nun aus Polizeikreisen die Nachricht erreicht, dass sich der VSPB/FSFP in einem Schreiben an seine Mitglieder wandte und per sofort, wohl dem Druck der Basis folgend, aus der «Plattform für ein zukunftsfähiges Waffenrecht» zurückzieht. Es soll darüber hinaus auch eine grundlegende Diskussion zu den Positionen des VSPB/FSFP geführt werden, die auch die Entscheidungen zum EU-Waffenrecht beeinflussen.

Das freut uns sehr, denn unsere Kollegen von der Polizei sind schon oft genug ungewollt zwischen den Fronten.