Lese und schaue ich die Beiträge in einigen Medien, müssten ich und und meine Kolleginnen und Kollegen bewaffnete böse Menschen sein, ich müsste einen «Waffennarren» darstellen, also einen törichten Menschen. Ich müsste gemäss den Berichten auch ein Rassist sein, ein «Brauner», ein Gewaltverherrlicher, einer der ganz, ganz untersten Kaste. Einer, der sich aus Angst bis an die Zähne bewaffnet, mit der Pistole unter dem Kopfkissen schläft. Laut vielen Medienberichten bin ich ein asoziales Arschloch, ein Randständiger ohne Sinn und Verstand, geistig verblödet, ideologisch fehlgeleitet, irrational bis ins Mark. Das bin ich aber nicht. Und war es nie. Deshalb braucht es eine Gegendarstellung. Mich.

Mitte 2016 musste ich feststellen, dass die Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie auf internationale Terroristen zielt, aber mich als anerkannten Schweizer Sport- und Freizeitschützen trifft. Obwohl ich nachweislich kein Terrorist bin, nicht einmal ein Gauner. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Noch nie eine Steuerzahlung versäumt. Ich arbeite hart. Ich bin ein sozialer Unternehmer. Ich war früher mal links, heute eher nicht mehr, aber ich mag keine Schubladen. Ich bin Gerechtigkeitsfanatiker und etwas dünnhäutig, sagt man mir. Ich habe kein Alkohol- oder Drogenproblem und wenig Haare habe ich nicht aus politischer Überzeugung. Das ist genetisch bedingt. Ich war wegen meines schlimmen Rückens nicht im Militär. Ich war noch nie gewalttätig, vielleicht manchmal etwas cholerisch, nun gut. Ich hasse alles Radikale, aber ich mag es deutlich. Ich bin Sympathisant so genannt «bürgerlicher Werte», aber ich bin definitv kein Wutbürger. Ich bin sogar «Secondo» mit deutschen Wurzeln. Bin ich etwas konservativ? Ja. Fühle ich mich als Patriot? Immer mehr.

Ich bin leidenschaftlicher Sport- und Freizeitschütze und seither jede freie Minute mit diesem Hobby beschäftigt. Ich bin in drei Schützenvereinen. Ich verschiesse pro Jahr einige Tausend Patronen auf Tontauben, Karton und Papier aus Pistolen, Flinten, Revolvern und Gewehren. Die meisten meiner Freunde sind Schützinnen und Schützen. Ganz feine Menschen, mit denen ich sehr gerne zusammen bin. Chauffeure, Hausfrauen und Mütter, Ingenieure, Unternehmensleiter, Jugendliche, Grenadiere und Dienstuntaugliche, Väter, Deutsche, Secondos, Drittgeneratiönler, Mechanikerinnen und Gymnasiasten, ETH-Studenten und Medizin-Bachelor, Polizisten und Pensionäre – vielleicht ein Querschnitt durch die Schweizer Bevölkerung.

Andere Freunde und Bekannte sind keine Schützen, wählen SP und Grün, fahren lieber mit dem ÖV, sind schwul und lesbisch, mein Zahnarzt ist Kosovare oder Albaner, das interessiert mich nicht – sie alle haben defintiv keine Angst vor mir. Meine Lebenspartnerin ist auch begeisterte Schützin, wir teilen uns die Freizeit bei unserem Hobby. Auch sie hat keine Angst vor mir. Wir sind beide offizielle Schützenmeister des VBS und anerkannte Sportschützen SSV. Ich gebe dutzende Stunden pro Jahr Schiesskurse. Ich bin fasziniert von Schusswaffen und vom Schiessen seit ich ein Kind bin, ja, ich war wohl ein Räuber-und-Poli-Kind. Ich habe noch nie die Waffe gegen ein Lebewesen erhoben – noch nicht einmal ein Luftgewehr im jugendlichen Leichtsinn. Würde ich es in einer juristisch gesicherten Notwehr- oder Notstands-Situation tun, um ein Leben zu schützen? Sicher. Wer nicht?

Ich bin ein Legalwaffenbesitzer, begeisteter Sport- und Freizeitschütze. Die EU und einige in Bundesbern möchten, das ich das am Ende ihres seit Jahren andauernden moralinsauren Kreuzzuges gegen mich, mein Hobby und meine Kolleg/-innen nicht mehr sein darf. Obwohl ich gegen kein einziges Gesetz verstosse. Dagegen muss ich etwas tun, denn ich möchte auch noch die nächsten 20 Jahre meinem Hobby frönen und noch mehr so tolle, leidenschaftliche Menschen kennenlernen, wie etwa gerade erst an der Waffenbörse in Luzern, von der diverse Medien berichteten, als wäre dort der Vorhof zur Hölle. Die Aktion «Finger weg vom Schweizer Waffenrecht!» gibt es, weil mich Menschen, Bürokraten und Medien angreifen, mich öffentlich unter Generalverdacht stellen, mich grundlos in den Ring zerren, wo ich nicht hingehöre, wo wir nicht hingehören. Und das kann man mit mir nicht machen. Und nicht mit all meinen Freunden. Wir müssen uns deshalb wehren. Mit einem durch und durch legalen Anliegen. Bin ich einer dieser «Einzelfälle»? Absolut nicht.


Patrick Jauch
Initiant der Aktion «Finger weg vom Schweizer Waffenrecht!»